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Braunbären hautnah – Projekt Update

Seit nunmehr drei Bärensaisonen arbeiten wir als Leben am Limit - Team am Thema Braunbär in Mitteleuropa. Noch nie zuvor ist dieses Thema fotografisch derart intensiv erarbeitet worden. Noch nie wurde ein vergleichbar großer Aufwand betrieben, um spannende Bilder umzusetzen und spannende Geschichten zu finden.

Was ist unsere Idee, was unser Ziel?
Es geht uns darum, Braunbären in Mitteleuropa zu dokumentieren und einen Beitrag zu leisten, damit die Bären - und auch die anderen Großraubtiere - in Zentraleuropa wieder mehr Gehör bekommen und diesem Thema wieder mehr - öffentliches, positives - Interesse zuteil wird.

Foto  © M.Graf: In Slowenien - wie in der ganzen EU - zählen Bären nicht zum jagdbaren Wild. Es gibt jedoch jährliche Abschussquoten zur Populationsregulierung. Braunbären werden im eigenen Jagrevier aber nicht als Störenfried gesehen.


In Slovenia brown bears are protected by law. However, a quota defines how many bears will be shot each year for population control. In general, Slovenian hunters do not consider brown bears incompatible with their hunting traditions.

Daher sind nicht nur die Tiere selbst Ziel unserer Arbeit, sondern auch alle Aspekte des Miteinanders mit uns, den Menschen im dicht besiedelten Zentraleuropa. Das mag die Jagd sein, Land- und Forstwirtschaft, der Naturschutz, aber auch ganz persönliche Bärengeschichten aus den Wäldern Österreichs, Sloweniens und Italiens.
Mittlerweile ist ein stattliches Archiv an Meinungen und Geschichten zum Bär entstanden, vieles davon blieb bisher noch unveröffentlicht, steht aber bereits fertig in den Startlöchern.

Foto © C.Sonvilla: Herr Tišler lebt seit mehr als 70 Jahren in Südslowenien. Seine Bienenstöcke stehen mitten im Bärenland. Die Bären in Südslowenien manchen ihm keine Sorgen, er sieht es pragmatisch, der Bär gehört dazu.


Mr. Tišler has been living in southern Slovenia fo more than 70 years now. His beehives are right within bear territory. The bears of southern Slovenia do not concern him. He puts it that way: the bear belongs to the forest.

Warum gab es bisher kaum Öffentliches von Leben am Limit zu hören/sehen/lesen?
Die Projektidee wurde 2016 mit dem Beca WWF MontPhoto Preis ausgezeichnet und finanziell unterstützt. Unsere Arbeit wird somit zum ersten Mal in seiner Gänze und Fülle am 7.10.2017 in Spanien im Zuge des MontPhoto Conservation Photography Festivals präsentiert, als Vortrag und in Form einer Ausstellung.

Cool oder?

Eines ist jedoch schon absehbar: die Arbeit wird uns auch weiterhin nicht so schnell ausgehen...

Foto © M.Graf: Es hat geklappt! Die Königsklasse der Bärenfotografie. Einen Bärenkorridor ausfindig machen, Weitwinkel-DSLR aufstellen und mit etwas Glück kommt Bärenbesuch zum perfekten Zeitpunkt.


Finally! The master class in bear photography...Finding a bear corridor, setting up a wide-angle DSLR phototrap und - with a little luck - capturing a bear under perfect conditions.

Harte Arbeit
Spannende Aufnahmen von Braunbären in Mitteleuropa hinzubekommen, ist nämlich kein leichtes Unterfangen.
Es gibt zwar die Möglichkeit Ansitzhütten zu nutzen, die die Tiere zum Teil schon kennen. Garantie, dass Bären vorbeikommen und vor allem, dass Spannendes passiert, gibt es trotzdem keine.
Und uns geht es um mehr, als nur um Bärenporträts.

Wir wollen die Bären im thematischen Kontext zeigen. Dafür nutzen wir in erster Linie Weitwinkelaufnahmen, die die Tiere in ihrem Lebensraum zeigen und mitunter auch verdeutlichen wie nahe sie uns Menschen sind. Und genau das braucht einiges an Know-how und viiiiiel Geduld.
Bären sind zu schlau, um sie einfach mittels Infrarotfotofallen zu überlisten. Und viele unserer Fotofallen wurden im Laufe der Zeit aufgrund ihrer Neugier in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt (schön umschrieben für: Kamera zerstört...).

Und selbst wenn technisch alles einwandfrei verläuft, muss zuerst einmal ein Bär vorbeikommen. Wir haben Tage und Wochen damit verbracht Wanderrouten der Bären und ihr Verhalten zu studieren. Passende Stellen ausgesucht für unsere Fotofallen.
Die Stunden, die wir selbst bisher in den Wäldern verbracht haben, können wir mittlerweile nicht mehr zählen.
So sind uns bisher die ersten high-res Aufnahmen von Bärenmüttern mit Nachwuchs gelungen und wir konnten 400 kg schwere Alpha-Männchen dokumentieren.

Kilometer um Kilometer haben wir gepirscht und sind so manchen Bären dabei erstaunlich nahe gekommen.

Oft läuft alles wie geschmiert und es entstehen einmalige Aufnahmen und unvergessliche Momente, manchmal aber geht einfach gar nichts. Davon können wir Lieder singen. Aber das ist Teil unserer Arbeit...

Kräfte bündeln

Unser Netzwerk hat sich im Laufe der Zeit enorm erweitert und das Feedback auf unsere Arbeit stimmt uns trotz der großen Skepsis gegenüber Großraubtieren in Mitteleuropa positiv! Wir werden technisch durch Canon Austria unterstützt, kooperieren mit WWF Österreich und den Nationalparks, zu unseren Kunden zählt auch der Slowenische Tourismusverband. Und wir sind stets bemüht unsere Partnerschaften zu erweitern.

Es wird sich zeigen wie die Zukunft von Bären - und auch jene von Wölfen und Luchsen - in heimischen Gefilden aussehen wird. Eines steht für uns jedenfalls jetzt schon fest: Einen mitteleuropäischen Wald ganz ohne Bären wollen wir uns auf keinen Fall vorstellen. Ganz im Gegenteil!

Und ob das in Zukunft gelingen mag, auch im dicht besiedelten Mitteleuropa liegt nicht nur an Leben am Limit, sondern an uns allen.

Stay tuned for more to come

Foto © M.Graf: Jungbären oberhalb eines Dorfes in Slowenien.
Diesen Geschwisterpaar ist das erste Jahr ohne Mutter unterwegs. "Gefährlich" sind die Kleinen nur für unsere Fotofallen. Ihre Neugier lässt sie kreativ werden und ihr Übermut macht Weitwinkelfotografie oftmals schwierig.


Subadults outside a village in Slovenia.
It is their first year without mom. It is exactly that age where a bear can be "potentially dangerous" for our camera-traps. They are curious and creative and sometimes non-cooperative with wide-angle photography.

Von der Neugier getrieben.
Rabauken könnte man sie auch nennen. Ein paar Tage lassen die Jungbären meist verstreichen bevor sie sich einer Fotofalle im eigenen Revier annehmen. Wir haben dazu gelernt. Entstehen in den ersten paar Tagen gute Bilder, dann nichts wie weg mit der Fotofalle...


Driven by curiosity
Mostly it takes a couple of days before young bears are starting to get interested in a photo-trap. That's what we've learned so far. If a photo-trap is productive in the first few days, rather put it away...


The team of Leben am Limit / Living on the edge has been working on the topic „brownbears in Central Europe“ since 2015, we are entering our third year now, time really flies! Never before, there has been a photography project that has undertaken a comparable effort with regard to photographing brown bears and associated aspects. We’ve been venturing out to unravel interesting stories and produce stunning images.

What’s the idea behind this, what’s our goal?

We are documenting brownbears in Central Europe in order to bring attention to the topic of bears and big predators in general. It is our aim to give those whose voices are hardly heard a louder voice, a better standing.
That’s why we are not solely focusing on the animals but also covering all possible aspects concerning the coexistence between humans and big predators in densely populated Central Europe. This involves hunting, livestock farming and forestry, nature conservation and of course also our very personal bear-related stories and experiences from Austria, Slovenia and Italy. Over time we’ve accumulated a pretty large collection of opinions and stories revolving around the topic. Much of this has not been published so far, but is waiting to be shared with you soon.

Why has Leben am Limit / Living on the edge been holding back on publishing material?

Our project idea has been awarded with  and financially supported by the Beca MontPhoto WWF grant in October 2016. That’s also why our work will be presented for the first time in October 2017 at the next MontPhoto Conservation Photography Festival in Spain. There will be a presentation as well as a large exhibition.
Cool stuff! One thing’s for sure, however: We won’t run out of work any time soon …

HARD WORK

Impressive images of brown bears in Central Europe don’t come easy. It’s hard work. We do have the opportunity to use photo hides, from which we can take pictures of bears. This, however, doesn’t come with a bear watching or photographing guarantee, especially if you are hoping for some special behaviour to be displayed. Moreover, we are looking for more than bear portraits.
It is our aim to show the bears within their habitat, show the environment around them, which is their home. For this we mainly employ a wide angle approach. Besides the environment the wide angle lense also reveals that sometimes bears and people can get really close. In order to achieve photography of this types it takes know-how and loooads of patience.
Bears are really clever and it can be incredibly hard to kind of outsmart them by using infrared phototraps. Due to their curious nature and keen sense of exploration the functioning of some of our phototraps has been impaired (or to put it in other words: cameras were destructed…).
Then there are times when all the technical aspects work wonderfully, but the bear is not showing up. We’ve spent days and weeks trying to figure out where bear trails run as well as studying their behaviour, searching for suitable spots for setting up our phototraps. We’ve stopped counting the hours we’ve spent in the forest. But luckily we’ve also been able to achieve some good results such as the first high res images of bear mothers and their offspring or huge male bears weighing up to 400 kg.
We’ve accumulated quite a number of kilometers stalking the bears and managed to get incredibly close to some of them.
There are moments when it couldn’t work out any better, resulting in stunning images and unforgettable experiences and then there are moments when nothing comes together. We know what’s that like, that’s part of our work.

JOINING FORCES

Our bear network has grown quite a bit over time and the positive feedback that we get supports us in continuing our work despite skepticism that’s still ever so tangible with regard to big predators in Central Europe.
Technical support is bravely offered to us by Canon Austria, we cooperate with WWF Austria and several national parks. One of our clients is the Slovenian Tourism Board. We are eager to expand our network, in order to enlarge the media coverage on this topic, so that the voice gets louder.
What the future holds for brown bears or also for wolves and lynxes in Austria and surrounding areas? That’s still unwritten. One thing’s for sure, however: We can’t imagine a Central European Forest completely devoid of bears / big predators. Quite the contrary!
Whether or not this can be achieved in the future does not depend on Leben am Limit / Living on the edge, but it depends on each of our decisions.

So stay tuned for more to come.

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